Über mich
Meine Arbeit ist geprägt von meiner persönlichen Erfahrung - ich gebe nur das weiter, was ich bereits selbst angewendet habe.
Seit fast 10 Jahren bin ich in der einen oder anderen Art auf meinem persönlichen Weg von Wachstum und Heilung. Ich habe es mir zum Beruf gemacht, das was ich dabei gelernt habe mit anderen Menschen zu teilen.
-
Mein Weg begann mit einem ein einschneidenden Verlusterlebnis im Familienumfeld, das sich an eine lange und leidvolle Krankheit anschloss. Ich war 22 Jahre alt und fiel in ein tiefes Loch. Der Schmerz und die Trauer, die Angst und die Wut waren so unerträglich, dass ich sie kaum wahrnehmen konnte. Ich rutschte immer tiefer in eine schwere Depression, die mich jahrelang begleitete.
Trotzdem weigerte ich mich lange, mir einzugestehen, dass ich Hilfe brauchte. Stattdessen versuchte ich, das Problem zu ignorieren und die schmerzhaften Gefühle unter Verschluss zu halten. Ich zog mich mehr und mehr von Freunden und Familie zurück. An eine Partnerschaft war nicht zu denken. Meine berufliche Situation in einem Bürojob wurde zu einer untragbaren Belastung.
Mir wurde klar, dass es so nicht weitergehen konnte. Ich fing an zu meditieren, begann eine Psychotherapie, die in Summe über 3 Jahre dauerte, nahm Medikamente. Der Erfolg war überschaubar: Die Medikamente wirkten kaum bis gar nicht, hatten aber massive Nebenwirkungen; die Psychotherapie half mir zwar, mich besser zu verstehen, doch meine tiefe Unzufriedenheit blieb.
Durch Zufall wurde ich auf die Bindungstheorie aufmerksam und begann Anfang 2020 mit dem Ideal Parent Figure Protocol (IPF) nach Dr. Dan Brown zu arbeiten. Ich kann ehrlich sagen, dass IPF das erste ist, was für mich wirklich funktioniert hat und dass diese Methode mein Leben tiefgreifend verändert hat.
Ich lernte mich selbst auf einer tieferen Ebene kennen und mir wurde klar, dass die Quelle meiner Probleme ein zutiefst unsicherer Bindungsstil war. Ich konnte endlich mit Gefühlen in Kontakt kommen, die vorher nicht aushaltbar waren. Schmerz und Trauer zulassen. Unausgesprochene Wut ausdrücken. Alte Wunden heilen. Beziehungen zunehmend so gestalten, dass sie mein Leben bereichern, statt Kraft zu kosten. Und meinen unsicheren Bindungsstil zunehmend zu einem sicheren transformieren.
-
Auf meinem Weg habe ich viel Leid erfahren - Schmerz, Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit. Aber ich habe auch gesehen, dass es möglich ist, anders zu leben. Mit mehr Authentizität, Lebendigkeit und einer tiefen Akzeptanz auch für die Schattenseiten des Lebens.
In mir entstand der Wunsch, andere Menschen auf ihrem Weg zu begleiten. Mich erfüllt es mit einem tiefen Gefühl von Sinnhaftigkeit, Menschen bei ihrem Prozess von Wachstum und Veränderung zu unterstützen. Als dann Anfang 2020 die Corona-Pandemie die Welt lahmlegte beschloss ich, meinen Bürojob an den Nagel zu hängen und mir die Qualifikationen zu erarbeiten, die ich brauche, um effektiv mit Menschen arbeiten zu können.
Meine eigene Entwicklung ist aber keineswegs abgeschlossen und ich arbeite weiterhin als Klient mit der Ideal Parent Figure (IPF) Methode.
-
Die Grundlage meiner Arbeit bildet das Three Pillar Model of Attachment Treatment (Drei Säulen Modell), entwickelt von Dr. Daniel P. Brown und David S. Elliot, PhD. Das Kernstück dieses Modells ist das Ideal Parent Figure Protocol (IPF). In dieser geführten Imagination, die von Techniken des tibetischen Buddhismus inspiriert ist, stellt sich der Klient Szenen mit idealen Elternfiguren vor. Indem positive Bindungserfahrungen wiederholt mit allen Sinnen erfahrbar gemacht werden ist es möglich, einen unsicheren Bindungsstil in einen sicheren zu transformieren. Die zweite Säule beinhaltet das Training metakognitiver Fähigkeiten. Der Klient lernt, die eigenen Gedanken und Gefühle achtsam wahrzunehmen, zu verstehen und schließlich auch regulierend auf diese einzuwirken und sie somit in Richtung Positivität zu verändern. In der dritten Säule wird die Fähigkeit des Klienten für gesunde, kollaborative Beziehungen gestärkt. Mehr zum Three Pillar Model hier.
Ich fühle mich eng verbunden mit dem buddhistischen Meditationslehrer George Haas und seiner Organisation Mettagroup. Er vereint eine tiefe Kenntnis der traditionellen buddhistischen Meditationstechniken mit umfassendem Wissen über Bindungstheorie. Er hat die Techniken der buddhistischen Vipassana-Meditation (Achtsamkeits- bzw. Mindfulness-Meditation) und Metta-Meditation (Liebende Güte Meditation) auf die speziellen Bedürfnisse von Menschen mit einem unsicheren Bindungsstil ausgerichtet. Dadurch sind sie unschätzbare Hilfen für die Entwicklung metakognitiver Fähigkeiten und emotionaler Regulation.
Darüber hinaus bin ich geprägt von der humanistischen Psychologie, vertreten z. B. durch Carl Rogers und Marshall Rosenberg. Meine Überzeugung ist, dass in jedem Menschen das Potential für Wachstum und Selbstverwirklichung steckt, mag es auch noch so tief verschüttet sein. Meinen Job sehe ich darin, einen Raum zu schaffen, indem sich dieses Potential entfalten kann.
-
Jahrgang 1991
B.A. Philosophy & Economics (Universität Bayreuth, 2015)
Heilpraktiker für Psychotherapie
Geprüfter Psychologischer Berater (VFP)
Psychotherapeutische Fachausbildung in kognitiver Verhaltenstherapie
Fortbildung Klientenzentrierte Gesprächsführung nach Carl Rogers
Ausbildung im Ideal Parent Figure Protocol bei Dr. Daniel P. Brown
Adult Attachment Interview (AAI)-Training (2021)
Regelmäßige Supervision mit Dr. Daniel P. Brown (Harvard Medical School) und George Haas (Mettagroup)